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Fünf Schocks, die Deutschland zum Schlusslicht machten

Während des vergangenen Jahrzehnts hatte die deutsche Volkswirtschaft das niedrigste Wachstum in der Europäischen Union, und Europa war der Kontinent mit der langsamsten Wirtschaftsentwicklung weltweit. Zwischen 1995 und 2005 ist die deutsche Wirtschaft lediglich um 14,6% gewachsen, während die alte EU 24%, die USA 39,9% und die Weltwirtschaft 45,6% erreichten. Warum läuft es in Deutschland derart schlecht?

Nach einer Theorie, wie sie etwa der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering vertritt, ist Deutschland bereits dort angekommen, wo alle anderen erst hinwollen. Das niedrige Wachstum in Deutschland, so Müntefering, sei ein Zeichen natürlicher Konvergenz.

Diese Theorie kann jedoch nicht überzeugen. So wurde Deutschland in letzter Zeit von einer Reihe von EU-Ländern beim Pro-Kopf-Einkommen überholt – darunter von Irland, Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich –, doch noch immer ist das Wachstum in Deutschland geringer als in all diesen Ländern.

Eine andere, plausiblere Theorie besagt, dass während der vergangenen fünfzehn Jahre verschiedene externe Herausforderungen oder Schocks das Land gleichzeitig trafen. Unbeweglich auf Grund seines ausufernden Wohlfahrtssystems und eines überregulierten Arbeitsmarktes war Deutschland nicht in der Lage, auf diese Schocks zu reagieren, und geriet so in eine Krise. Diese Theorie erinnert ein wenig an die Ideen des britischen Historikers Arnold Toynbee, wonach Weltreiche deshalb zusammenbrechen, weil sie unfähig sind, externe Herausforderungen zu meistern.