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Wie Amerikas kaputter Immobilienmarkt gerettet werden kann

NEW YORK – Ein sicheres Zeichen für eine nicht funktionierende Marktwirtschaft ist anhaltende Arbeitslosigkeit. In den Vereinigten Staaten kann derzeit einer von sechs Arbeitssuchenden, die gerne eine Vollzeitstelle hätten, keine finden. Die US-Wirtschaft hat einen gewaltigen nicht gedeckten Bedarf und enorme ungenutzte Ressourcen.

Der US-Immobilienmarkt weist eine weitere Anomalie auf: Es gibt Hunderttausende Obdachlose (über 1,5 Millionen Amerikaner haben im Jahr 2009 mindestens eine Nacht in einer Obdachlosenunterkunft verbracht), während Hunderttausende Häuser leer stehen.

Die Zahl der Zwangsvollstreckungen steigt sogar an. 2008 verloren zwei Millionen Amerikaner ihre Eigenheime und weitere 2,8 Millionen im Jahr 2009, für 2010 werden jedoch noch höhere Zahlen erwartet. Unsere Finanzmärkte haben extrem schlechte Leistungen erbracht – gut funktionierende, „rationale“ Märkte geben niemandem Kredit, der nicht zurückzahlen kann oder will – und trotzdem wurden diejenigen, die diese Märkte steuern, belohnt, als wären sie Finanzgenies.

All das ist nichts Neues. Neu dagegen ist das widerwillige und verspätete Eingeständnis der Regierung Obama, dass ihre Bemühungen zur Wiederankurbelung der Immobilien- und Hypothekenmärkte weitgehend fehlgeschlagen sind. Überraschenderweise wächst sowohl links als auch rechts der Konsens, dass die Regierung den Immobilienmarkt in nächster Zukunft weiter stützen muss. Dieser Standpunkt ist verblüffend und möglicherweise gefährlich.