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Das Gefangenendilemma der Schuldner

PRINCETON – Mit jedem wirtschaftlichen Abschwung wachsen die Schulden sowohl der privaten Haushalte als auch der Staaten. Heute sucht man auf beiden Seiten nach Möglichkeiten, die Schuldenlast abzutragen – und manche Schuldner würden es vorziehen, sich ganz zu befreien. 

Zutiefst enttäuschte und wütende Menschen – vor allem in Südeuropa – verweisen häufig auf  Argentinien als Vorbild, das sich im Jahr 2001 gegen die internationale Gemeinschaft stellte. Argentinien bediente sich damals einer Mischung aus Zwang und Verhandlungen, um den Schuldenberg loszuwerden, der sich in den 1990er Jahren angehäuft hatte. Ausländische Gläubiger, die man als gefährlich und bösartig einstufte,  wurden im Grunde enteignet. 

Mit der Koppelung der Währung an den Dollar zur Steigerung seiner  Kreditwürdigkeit, band sich Argentinien in den 1990er Jahren selbst die Hände. Die Strategie funktionierte zu gut: die mit dieser Währungsmaßnahme verbundenen enormen Kreditzuflüsse lösten einen inflationären Boom aus, der die Wettbewerbsfähigkeit des Landes schwächte. Im Jahr 2001 war eine Kombination aus Abwertung (die Befreiung aus der Währungs-Zwangsjacke) und teilweisem Zahlungsausfall unvermeidlich. Der Pleite folgten vorgeblich freiwillige Umschuldungen, im Zuge derer Gläubiger aufgefordert  wurden, Verluste auf sich zu nehmen.   

Bislang schien das argentinische Modell, das seit 2001 zu beträchtlichem Wirtschaftswachstum führte, erfolgreich zu laufen. Das macht es auch für den von Schuldennöten geplagten Süden Europas so attraktiv.