Der Glaube in Zeiten der Globalisierung

LONDON: Viele Jahre lang ging man, jedenfalls im Westen, davon aus, dass mit fortschreitender Entwicklung der Gesellschaft die Religion verkümmern würde. Das aber ist nicht passiert, und mit Beginn des neuen Jahrzehnts ist es daher Zeit, dass die Politik die Religion ernst nimmt.

Die Anzahl der Menschen, die ihren Glauben verkünden, wächst weltweit. In der islamischen Welt ist dies eindeutig. Während in Europa die Geburtenrate stagniert, wird sich die arabische Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln, und die Bevölkerungen vieler mehrheitlich muslimischer Länder wachsen. Aber auch die Zahl der Christen nimmt zu – auf merkwürdige Weise und an überraschenden Orten.

Den größten Zugang verzeichnet die Religion in China. Tatsächlich lohnt es sich, über die Religiosität Chinas nachzudenken. Es gibt mehr Muslime in China als in Europa, mehr praktizierende Protestanten als in England und mehr praktizierende Katholiken als in Italien. Darüber hinaus bezeichnen sich laut jüngsten Umfragen etwa 100 Millionen Chinesen als Buddhisten. Und natürlich wird auch der Konfuzianismus – eher eine Philosophie als eine Religion – zutiefst verehrt.

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