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Facebooks Kryptowährung Libra muss verhindert werden

NEW YORK – Facebook hat gerade seinen neuesten Griff nach der Weltherrschaft vorgestellt: Libra, eine Kryptowährung, die als „privates Geld“ überall auf der Welt fungieren soll. Im Zuge der Vorbereitung des Projekts hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit Zentralbanken, Regulierungsbehörden und 27 Partnerunternehmen verhandelt, die jeweils mindestens 10 Millionen Dollar beisteuern werden. Aus Furcht vor Sicherheitsbedenken hat Facebook die direkte Zusammenarbeit mit Geschäftsbanken vermieden.

Zuckerberg scheint zu verstehen, dass der Erfolg von Libra mit technologischer Innovation allein nicht zu gewährleisten ist. Er ist auf Zusagen der Regierungen angewiesen, dem Geflecht der vertraglichen Beziehungen, die der Währung zugrunde liegen, Geltung zu verschaffen und die Verwendung ihrer eigenen Währungen als Sicherheit zu billigen. Sollte Libra jemals einem Run ausgesetzt sein, wären die Zentralbanken zur Bereitstellung von Liquidität verpflichtet.

Die Frage ist, ob Regierungen die Risiken für die Finanzstabilität verstehen, die ein solches System mit sich bringen würde. Die Vorstellung eines privaten, reibungslosen Zahlungssystems mit 2,6 Milliarden aktiven Nutzern mag attraktiv klingen. Aber wie jeder Banker und jeder geldpolitische Entscheidungsträger weiß, erfordern Zahlungssysteme eine Liquiditäts-Absicherung („Backstop“) in einer Größenordnung, die kein privates Unternehmen bieten kann.

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