Eine europäische Föderation in Ausnahmefällen

PARIS – Die Schaffung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion ist einzigartig in der Geschichte souveräner Staaten. Die Eurozone bildet eine völlig neuartige „Gesellschaft von Staaten“, die über das traditionelle Konzept der westfälischen Souveränität hinausgeht.

Ebenso wie die Individuen in einer Gesellschaft, sind die Länder der Eurozone sowohl unabhängig als auch voneinander abhängig. Sich können einander sowohl im positiven als auch im negativen Sinn beeinflussen. Um eine gute Führung zu gewährleisten, ist es notwendig, dass die einzelnen Mitgliedsstaaten und die Institutionen der Europäischen Union ihrer Verantwortung nachkommen.  Wirtschafts- und Währungsunion bedeutet ja, dass man in zweierlei Hinsicht vereint ist: wirtschaftlich und währungstechnisch.  

Die europäische Währungsunion funktioniert erstaunlich gut. Seit dem Start des Euro im Jahr 1999 wurde für 17 Länder und 332 Millionen Menschen die Preisstabilität erhalten, wobei die durchschnittliche jährliche Inflation bei lediglich 2,03 Prozent lag – und damit besser war als die entsprechende Bilanz Deutschlands zwischen 1955 und 1999. Außerdem wurden in der Eurozone seit 1999 14,5 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen, während dieser Wert in den USA bei 8,5 bis 9 Millionen liegt. Das soll nicht heißen, dass Europa kein ernsthaftes Problem mit der Arbeitslosigkeit hätte, aber Europa steht nicht offenkundig schlechter da: in allen entwickelten Ökonomien muss die Schaffung der Arbeitsplätze angekurbelt werden.

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