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Terror und die Flüchtlingsdebatte

BUDAPEST – Europa und die Vereinigten Staaten sollten syrischen und irakischen Flüchtlingen die Türen öffnen. Menschen auf der Flucht vor Krieg und Terror sind Opfer des sogenannten „Islamischen Staates“ und des brutalen Regimes des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Der Terrorismus hat ihre Heimat zerstört. Es ist nicht nur das Richtige, ihnen Zuflucht zu gewähren; es dient auch unserer Sicherheit.

Die Anschläge der Terrormiliz „Islamischer Staat“ im November in Paris sollten Angst erzeugen, indem sie Verbrechen gegen die Menschlichkeit ins Herz Europas tragen. Und indem Politiker Flüchtlinge mit Terroristen gleichsetzen, fördern sie dieses Ziel. Den Asylsuchenden werden Stacheldrahtzäune und politische Barrieren in den Weg gelegt.

Im Kampf um die Herzen und Köpfe der Menschen leistet ein Abstempeln der Flüchtlinge als Bedrohung der Sicherheit – wie es Politiker auf beiden Seiten des Atlantiks tun – lediglich Intoleranz Vorschub und gibt Terroristen ein wirkungsvolles Werkzeug für die Anwerbung junger Muslime an die Hand, mit dessen Hilfe sie diese überzeugen können, dass es im Westen keinen Platz für sie gibt.

Dies ist ein Kampf um Werte, den wir gewinnen sollten. Das moderne Europa wurde auf den Trümmern des Zweiten Weltkrieges und des Holocausts errichtet. Die Werte Europas – und die seines wichtigsten Förderers nach dem Krieg, den USA – sind Toleranz, Vielfalt und Menschenrechte.