lidegaard5_ANDREI PUNGOVSCHIAFP via Getty Images_gas europe ANDREI PUNGOVSCHI/AFP via Getty Images

Europas Energieentscheidungen

KOPENHAGEN – Russlands Krieg in der Ukraine und die Unterbrechung der russischen Gasexporte nach Europa haben eine Energiekrise ausgelöst – mit Preisspitzen, die seit 1973 nicht mehr erreicht wurden. Und bevor sich die Lage verbessert, wird sie noch schlimmer: Die russischen Erdgaslieferungen nach Europa werden vor dem Winter wohl weiter eingeschränkt oder gar gekappt, und auch die Sanktionen gegen Ölexporte könnten sich bald auf die Energievorräte auswirken.

Diese Krise ist gleich doppelter Natur: Erstens muss Europa in den nächsten Wintern dringend warm und funktionsfähig gehalten werden, und zweitens müssen wir den Übergang hin zu sauberen Energien beschleunigen. Viele sehen hier einen Konflikt zwischen kurzfristigen und langfristigen Aspekten. Aber die richtige Reaktion auf die unmittelbare Energiekrise wird auch dazu beitragen, das umfassendere Klimaproblem zu bewältigen. Die Politiker müssen den Schock abfedern und gleichzeitig die Energiewende beschleunigen.

Natürlich wird es für die europäischen Länder, die am stärksten von russischem Gas und Öl abhängig sind, auch am schwersten, in den nächsten Monaten die Strom- und Wärmeversorgung zu sichern. Die Gasreserven sind nur zu 65% gefüllt, und durch den russischen Würgegriff wird es schwierig und teuer, vor dem Winter das Ziel der Europäischen Union von 80% zu erreichen.

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