Europas Krieg der Generationen

PRINCETON – Überall in der industrialisierten Welt beeilen sich die Regierungen, Geld an die Alten zu verteilen. Die deutsche Bundesregierung hat nicht nur eine Erhöhung des Rentenalters rückgängig gemacht, die das Rentensystem entlasten sollte; sie hat kürzlich zudem eine Rentenerhöhung von 5 % angekündigt – die größte derartige Erhöhung seit 1993 (als Deutschland, anders als heute, tatsächlich eine Inflation erlebte). In Polen hat die Partei für Recht und Gerechtigkeit in einem ihrer ersten Schritte nach der Machtübernahme das Rentenalter gesenkt und die Zahlungen erhöht.

Zu einer Zeit, in der die öffentlichen Haushalte unter Druck stehen, scheint dieser Trend dem gesunden Menschenverstand zu widersprechen. Und tatsächlich hat sich die britische Regierung in die gegenteilige Richtung bewegt und die Berufsunfähigkeitsleistungen gesenkt (obwohl ein Minister aus Protest zurücktrat). Doch der allgemeine Trend zu einer Erhöhung der Leistungen hat eine simple Erklärung: Politik.

Mit zunehmender Bevölkerungsalterung in Europa und Japan stellt sich die demografische Pyramide mit hoher Geschwindigkeit auf den Kopf – und statt eines Kriegs zwischen den Klassen zeichnet sich ein Krieg der Generationen ab. Dieser Krieg wird überwiegend an der Wahlurne ausgefochten – die alten Leute entscheiden Wahlen, während die jungen zu Hause bleiben –, und die Kriegsbeute ist das Verhältnis zwischen Bildung, Renten, Gesundheit und Steuerregelungen innerhalb der nationalen Haushalte. Mit diesem Konflikt wurde der Generationenvertrag, der lange die soziale und politische Stabilität stützte, gebrochen.

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