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Unternehmertum als Instrument der Diplomatie

WASHINGTON, DC – Armenien und die Türkei liegen seit langem im Streit. Entzweit durch eine tragische Vergangenheit pflegt man keine diplomatischen Beziehungen und die Grenzen sind geschlossen.

Doch trotz dieser Situation reiste im November 2014 eine Gruppe Türken nach Armenien, um an einem Startup Weekend teilzunehmen, einer Veranstaltung, im Rahmen derer angehende Unternehmer ihre Ideen verfeinerten und diese Investoren und Experten vorstellten. In gemischten Gruppen arbeiteten Armenier und Türken zusammen, um neue Unternehmungen aufzubauen. „Uns ging es nicht darum, wer Armenier und wer Türke ist, sondern nur darum, die Besten zu sein“, merkte ein türkischer Teilnehmer an.

Genau dieses Gefühl hofften die Unterstützer dieser Reise – Diplomaten aus den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union – zu erreichen. Jahrzehntelang hatte man sich bemüht, einen gemeinsamen Ansatzpunkt für Armenier und Türken zu finden, um in einen Dialog einzutreten. Auf Grundlage gemeinsamer Persönlichkeitsmerkmale, Werte und des zielstrebigen Engagements von Unternehmern gelang dieser Auftakt.

In ähnlich heiklen Situationen entwickelte sich Unternehmertum weltweit zu einem Katalysator des Fortschritts. Die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wohlstand wurde zu einem „Gesprächsthema“, auf das sich beinahe alle Regierungen einigen können – oder zu dem zumindest nur wenige Einwände vorgebracht werden. So gelang es, aus diesem Konzept ein praktisches Instrument einer neuen Form der Diplomatie zu machen.