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Die Ökonomie und ihre Kritiker

MÜNCHEN – An den Wirtschaftswissenschaften gibt es heutzutage einiges zu kritisieren. Beispielsweise kümmert sich der Berufszweig viel zu wenig um politische Themen und viel zu viel darum, Studenten mit Mathematik totzuschlagen. Aber ein Großteil der heutigen Kritik an dieser Wissenschaft beruht auf Missverständnissen und Unkenntnis.

Nehmen wir das Konzept der „unsichtbaren Hand“ von Adam Smith, demzufolge ein Marktgleichgewicht dann effizient ist, wenn perfekter Wettbewerb herrscht und klar definierte Eigentumsrechte vorhanden sind. Im Gegensatz zur Meinung vieler Kritiker nehmen die Mainstream-Ökonomen keineswegs an, diese idealen Bedingungen seien immer gegeben. Im Gegenteil: Sie benutzen diese Bedingungen oft als Bezugspunkt für die Analyse von Marktversagen. Wie Spürhunde durchsuchen sie die Volkswirtschaft auf solche Defekte und überlegen, wie diese durch intelligentes staatliches Eingreifen korrigiert werden können.

So gesehen sind Ökonomen wie Ärzte, die wissen müssen, wie ein gesunder Körper aussieht, bevor sie Krankheiten diagnostizieren und Behandlungen verschreiben können. Ein guter Arzt greift nicht willkürlich in die Körperfunktionen ein, sondern nur in Fällen, in denen eine Krankheit eindeutig festgestellt wurde und eine effektive Behandlung verschrieben werden kann.

Ein besonders gravierendes Beispiel von Marktversagen finden wir im Bereich des Umweltschutzes. Märkte sind im Allgemeinen dann effizient, wenn die Erträge der Unternehmen alle Vorteile widerspiegeln, die Drittparteien durch ihre Produkte erlangen, und wenn ihre Kosten alle Schäden berücksichtigen. In diesem Fall führt Gewinnmaximierung zur Maximierung des sozialen Nutzens.