0

Ist der Islam eine Bedrohung für die Demokratie?

Ist der Islam unvereinbar mit einer multikulturellen Demokratie? Häufig wird darauf hingewiesen, dass nur wenige muslimische Gesellschaften demokratisch sind und daraus wird dann der Schluss gezogen, der Islam an sich müsse undemokratisch sein. Dann wird die muslimische Rhetorik herangezogen, die voller Hasstiraden auf den Westen sei, woraus man folgert, Moslem können keine guten Bürger westlicher Demokratien sein.

Großbritannien, wo ca. 1,6 Millionen Moslems bei einer Gesamtbevölkerung von 58,7 Millionen leben, ist sehr gut geeignet, um diese Ansichten zu testen. Drei Viertel der britischen Moslems stammen aus dem indischen Subkontinent, viele aus ländlichen Gegenden in Pakistan und Bangladesh. Dies ist ein wichtiger Faktor, denn nicht wenige Schwierigkeiten dieser Menschen bei der Ansiedelung sind nicht religiösen Ursprungs, sondern rühren daher, dass sie mit dem modernen Leben nicht vertraut sind.

Bisher gab es in Großbritannien nur vier muslimische Aufstände, verglichen mit ca. achtzig afro-karibischen Aufständen. Einer der vier hatte mit dem Roman Die Satanischen Verse von Salman Rushdie zu tun, die anderen wurden von der Gleichgültigkeit der Polizei einerseits und Demonstrationen von weißen rassistischen Gruppen andererseits ausgelöst. Mit Ausnahme des ersten waren alle Aufstände lokaler Natur, relativ klein und dauerten kaum einen oder zwei Tage. Die britischen Moslems haben also keine größeren Probleme bezüglich der rechtstaatlichen Ordnung verursacht.

Aber die Gegenwart der Moslems in der britischen Gesellschaft bringt andere Herausforderungen mit sich. Zunächst wäre da der ''Konflikt der Praktiken'', der sich ausdrückt in Forderungen, dass muslimische Schulkinder Halal-Fleisch essen müssen, im muslimischen Kleidungscode, der Gebetszeit, der weiblichen Beschneidung, Polygamie und arrangierten Hochzeiten. Die weibliche Beschneidung und Polygamie sind verboten, was von den Moslems akzeptiert wird.