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Wie eine Pleite zum starken Staat führt

WASHINGTON, DC – Führende Kongressmitglieder der USA sind entschlossen, es bei der Schuldengrenze für den Staatshaushalt mit der Obama-Regierung auf eine Machtprobe ankommen zu lassen. Normalerweise würde man annehmen, dass die Republikaner in dieser Verhandlungsphase kompromissbereit wären, aber es gibt eine Minderheit von Hardlinern, die eine durch Staatsschulden verursachte Pleite offensichtlich für keine schlechte Idee halten.

Diese Abgeordneten – mit denen ich kürzlich während dreier Kongressanhörungen in Kontakt kam – sind überzeugt, dass die US-Bundesregierung im Vergleich zur Wirtschaft zu groß ist und dass drastische Schritte erforderlich sind, um sie unter Kontrolle zu bringen. Je nachdem wie stark man die “Tea Party” im Kapitol einschätzt, scheint zumindest eine teilweise Überschuldung nicht so undenkbar zu sein, wie bisher angenommen – ein Risiko, das auch die jüngsten Warnungen der Rating-Agenturen widerspiegeln.

Aber die Folgen einer wie auch immer gearteten Pleite würden ironischerweise den Staat im Vergleich zur US-Wirtschaft noch vergrößern – genau das Ergebnis, dass die kompromisslosen Republikaner angeblich verhindern wollen.

Der Grund dafür ist einfach: Eine Staatspleite würde das bestehende Kreditsystem zerstören. Die grundlegende Zinsbasis, nach denen sich die modernen Finanzmärkte richten, sind die sogenannten “risikofreien” Zinssätze auf Staatsanleihen. Diese Säule des Systems zu entfernen – oder die US-Anleihen mit einem hohen Risiko zu versehen – würde viele private Verträge und Transaktionen zerstören.