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Wir viele Entwicklungsdaten sind genug?

NAIROBI – Der schnelle technologische Fortschritt hat dazu geführt, dass die Kosten für die Sammlung von Daten dramatisch gefallen sind. Durch Sensoren im Raum, im Himmel, im Laboratorium oder in der Umgebung und neue Möglichkeiten des Crowdsourcing sowie die weite Verbreitung von Internet und Mobiltelefonen werden enorme Informationsmengen verfügbar, und zwar auch für solche Menschen, die bislang keinen Zugriff darauf hatten. Ein Kleinbauer in Afrika kann nun beispielsweise durch das Tippen auf seinen Bildschirm Wettervorhersagen und Marktpreise abrufen.

Diese Datenrevolution bietet ein enormes Potenzial für die Verbesserung der Entscheidungsfindung auf allen Ebenen – vom örtlichen Bauern bis hin zu weltumspannenden Entwicklungsorganisationen. Aber die Sammlung von Daten reicht nicht aus. Die Informationen müssen auch verwaltet und ausgewertet werden – und dies richtig zu tun, kann viel komplizierter und teurer sein als das Sammeln selbst. Werden die Entscheidungen, die verbessert werden sollen, nicht zuerst ordnungsgemäß identifiziert und analysiert, besteht ein hohes Risiko, dass ein Großteil der Sammlungsbemühungen verschwendet oder fehlgeleitet wird.

Diese Schlussfolgerung beruht selbst auf empirischer Analyse. So gibt liegen für die Annahme, dass die Überwachung von Initiativen in der Bereichen der Landwirtschaft oder Umwelt einen positiven Effekt hat, kaum Beweise vor. Durch quantitative Analyse von Entscheidungen in vielen Bereichen wie Umweltpolitik, Unternehmensinvestitionen und Cyber-Sicherheit konnte gezeigt werden, dass Menschen die Datenmengen, die zum Treffen einer guten Entscheidung nötig sind, überschätzen. Auch wird oft nicht verstanden, welche Arten von Daten benötigt werden.

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