nye188_Sergei KonkovTASS via Getty Images_russia hacker Sergei Konkov/Tass via Getty Images

Cyber-Verhaltensregeln für die USA und Russland

CAMBRIDGE – Die USA haben nach der Störung der Präsidentschaftswahl 2016 durch russische Cyber-Operationen kaum reagiert. US-Präsident Barack Obama hatte seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin vor Vergeltungsmaßnahmen gewarnt, doch eine wirksame Reaktion unterblieb dann im innenpolitischen Gewirr der Wahl Donald Trumps. Das könnte sich nun ändern.

Amerikanische Regierungsvertreter bestätigten kürzlich anonym, dass offensive US-Cyber-Operationen die Störung der Kongresswahlen 2018 durch eine Kreml- Trollfabrik unterbunden hätten. Derartige Cyber-Offensiven werden selten diskutiert, doch legen sie Möglichkeiten zur Abschreckung vor einer Störung der US-Präsidentschaftswahl 2020 nahe. Der Angriff auf eine Trollfabrik reicht nicht aus.

Die Abschreckung durch Androhung von Vergeltungsschlägen bleibt eine wichtige, aber zu selten genutzte Taktik zur Verhinderung von Cyber-Angriffen. Es hat trotz Meldungen über chinesische und russische Eindringlinge im Netz bisher keine Angriffe auf US-Stromsysteme gegeben. Die Pentagon-Doktrin sieht hier vor, auf Schäden mit allen von Regierungsvertretern jeweils ausgewählten Waffen zu reagieren, und auf dieser Ebene scheint die Abschreckung funktionieren.

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