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Der COVID-Schock für den Dollar

NEW HAVEN – In der Pandemie vergeht die Zeit mit Warpgeschwindigkeit. Das gilt für die COVID-19-Infektionsrate ebenso wie für die beispiellosen wissenschaftlichen Anstrengungen, die im Gange sind, um einen Impfstoff zu finden. Es gilt außerdem für den derzeit in den von der Pandemie betroffenen Volkswirtschaften ablaufenden Wandel. Die Hoffnung ist nun, dass, ganz so, wie eine durch Lockdowns bedingte Rezession die weltweite Wirtschaftsaktivität innerhalb von bloßen zwei Monaten praktisch zum Stillstand gebracht hat, eine gleichermaßen rasche Wiederöffnung der geschlossenen Volkswirtschaften eine V-förmige Erholung bewirken wird.

So einfach ist das womöglich nicht. Ein plötzlicher Stopp, lange mit einer Kapitalflucht aus den Schwellenmärkten in assoziiert, deckt häufig tief verwurzelte Strukturprobleme auf, die eine wirtschaftliche Erholung beeinträchtigen können. Er kann zudem in Reaktion auf die Enttarnung schon lange köchelnder Ungleichgewichte abrupte Vermögenspreisbewegungen auslösen.

So ist das auch bei der von der Pandemie getroffenen US-Wirtschaft. Die aggressive fiskalische Reaktion auf den COVID-19-Schock ist nicht ohne erhebliche Folgen. Im Gegensatz zu der weit verbreiteten Annahme, dass Haushaltsdefizite unwichtig seien, weil Zinssätze in Nullnähe die höheren Kosten für den Schuldendienst begrenzen, gibt es letztlich kein „magisches Geld“. Alles hat seinen Preis. Die ohnehin schon niedrigen nationalen Ersparnisse bewegen sich tief in Richtung negatives Territorium. Dies dürfte zu einem Leistungsbilanzdefizit in Rekordhöhe und zu einem starken Absturz im Wert des Dollars führen.

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