Pedro Molina

Kolumbien und die internationale Krise

BOGOTA – Vor nur fünf Monaten versicherte die kolumbianische Regierung ihren Bürgern, dass sie vor der internationalen Krise geschützt wären. Jetzt prognostizieren Analysten für heuer ein Wirtschaftswachstum von knapp 1 Prozent und das ist noch das rosigste Szenario. Dieser düstere Ausblick markiert das Ende der längsten Wachstumsphase Kolumbiens in drei Jahrzehnten. Nun befindet sich das Land in der gleichen angespannten Situation wie viele andere Entwicklungsländer.

Natürlich ist Kolumbien nicht das einzige Land mit einer sich verschlechternden Wirtschaft. Seit Mitte letzten Jahres senkt der Internationale Währungsfonds seine Wachstumsprognosen für ganz Lateinamerika. Noch im letzten Oktober prognostizierte der Fonds für heuer ein Wachstum von 3,2 Prozent. Nun sagt man, dass es gerade noch positiv ausfallen wird. Und höchstwahrscheinlich steht das Schlimmste noch bevor: Wenn es der Regierung Obama nicht gelingt, die Wirtschaft der Vereinigten Staaten in den nächsten Wochen zu stabilisieren, wird es in Lateinamerika wohl zu noch stärkeren Wachstumseinbrüchen kommen.  

Die gute Nachricht für Kolumbien ist, dass es dem Land noch besser geht als vielen seiner Nachbarn. Obwohl die Berechnung konkreter Zahlen in diesen Besorgnis erregenden Zeiten eine fruchtlose Angelegenheit ist, prognostizieren die meisten Analysten, dass die Wirtschaftsleistung Kolumbiens heuer zwar schlechter sein wird als die Perus, aber ungefähr gleich wie die Chiles und Brasiliens und besser als die Werte für Argentinien, Venezuela und Mexiko, dessen Wirtschaft voraussichtlich um über 2 Prozent schrumpfen wird.

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