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Verkleinerung des amerikanischen Wachstumsdefizits

MAILAND: Drei Jahre nach Ausbruch der globalen Finanzkrise ist die US-Konjunktur noch immer am Stottern, und Eines ist inzwischen klar: Die USA können keine höheren Wachstumsraten beim BIP und bei der Beschäftigung erzielen ohne eine Änderung beim Mix der binnen- und exportorientierten Komponenten der Volkswirtschaft. Dies erfordert in erster Linie einen Strukturwandel und eine größere Wettbewerbsfähigkeit in einem ausgeweiteten Sektor für handelbare Güter.

Vor Beginn der Krise 2008 hatte die US-Volkswirtschaft sich mehr als ein Jahrzehnt lang durch ihren übertrieben hohen Konsum selbst angetrieben (und einen großen Teil der Weltwirtschaft auch). Die Sparquote im Haushaltssektor nahm ab und näherte ich dem Nullwert, während niedrige Zinsen zur Überschuldung, einer Vermögensblase und einer illusionären Vermögenszunahme führten.

Auch aufseiten des Staates kam es durch die Anhäufung von Defiziten zur Entsparung. Insgesamt gab die US-Volkswirtschaft mehr aus, als sie an Einkommen erwirtschaftete. Sie wies ein Handelsdefizit (genauer: ein Leistungsbilanzdefizit) auf und borgte sich die Differenz im Ausland. Die Ausgabemuster sowohl der privaten Haushalte als auch des Staates waren im Vergleich zu den Einnahmen nicht aufrechtzuerhalten.

Angesichts der überreichlich bemessenen Binnennachfrage, die durch die rasche Ausweitung des Staatssektors und des Gesundheitswesens noch beträchtlich verstärkt wurde, erhielt die US-Volkswirtschaft Wachstum und Beschäftigung aufrecht trotz einer erheblichen Zunahme der Erwerbsbevölkerung (27 Millionen neue Arbeitnehmer seit 1990), und dies ungeachtet des erheblichen Widerstandes durch die neue, arbeitssparende Informationstechnologie. Einmal abgesehen von der finanziellen Nachhaltigkeit, war der besorgniserregendste Aspekt dieses Musters ein Verteilungsaspekt: sehr niedriges Lohnwachstum im Bereich der mittleren Einkommen.