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Chinas Wohnungsbauproblem

CAMBRIDGE – Der drohende Konkurs des mit 300 Milliarden Dollar verschuldeten chinesischen Immobilienriesen Evergrande hat die Anleger weltweit in Unruhe versetzt. Die Analysten haben sich bisher primär auf die Frage konzentriert, ob die chinesische Regierung das Problem erfolgreich eingrenzen kann, damit es sich nicht zu einer umfassenderen Finanzkrise westlichen Stils ausweitet.

Angesichts der tiefen Taschen der Regierung, die u. a. über Devisenreserven im Volumen von über drei Billionen Dollar verfügt, und ihrer Fähigkeit, Sanierungsbedingungen ohne lange gerichtliche Verzögerungen zu diktieren, würde kaum jemand gegen ein derartiges Ergebnis wetten. Doch wer sich allein auf die kurzfristige Finanzstabilität konzentriert, übersieht die größere Herausforderung, vor der China steht: eine Volkswirtschaft neu auszurichten, die, was Beschäftigung und Wachstum angeht, schon viel zu lange von ihrem riesigen Immobilienanlagesektor abhängig ist.

Der enorme Anteil von Immobilien- und verbundenen Dienstleistungen am chinesischen BIP – atemberaubende 25% und nur geringfügig weniger bei Bereinigung um die Nettoexporte – ist sogar noch größer als der Anteil des Immobiliensektors an den spanischen und irischen Volkswirtschaften zu seinen Hoch-Zeiten im Vorfeld von 2008. Aufgrund von Ausstrahleffekten auf andere Branchen könnte eine deutliche Abkühlung in Chinas Immobiliensektor das kumulative BIP-Wachstum des Landes in den nächsten Jahren daher problemlos um 5-10% verringern.

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