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China und die globale Finanzkrise

GENF – Ist China eine Insel der Stabilität inmitten des heraufziehenden globalen Finanzsturms, oder wird es auch bald in den Wirbel eingesogen?

Die chinesischen Behörden haben gesagt, dass die Krise, die in den Vereinigten Staaten begann, die seit Langem geplanten Reformen der chinesischen Finanzmärkte nicht verlangsamen werde. Sie bestehen darauf, dass China mit seinen Plänen zur Einführung von Margin Trading, Leerverkäufen und Terminkontrakten auf Aktienkurse weitermachen wird. Doch hat China die Liberalisierung des Kapitalverkehrs nach der Asien-Finanzkrise vor zehn Jahren verlangsamt, also ist es möglich, dass Amerikas Probleme China vorsichtiger machen könnten.

China hat in den letzten Jahren eine wichtige Rolle bei der Finanzierung des US-Haushaltsdefizits gespielt, dank seiner Bemühungen, den Wechselkurs des Renminbi gegen den Dollar zu verwalten. China will nicht, dass sein großer Leistungsbilanzüberschuss dazu führt, dass die Währung zu weit in die Höhe schießt, und jetzt will es die Aufwertung des Renminbi unter Umständen aus Sorge über den globalen Konjunkturrückgang verlangsamen.

In diesem Fall müsste China seine Devisenreserven um weitere 300-400 Milliarden US-Dollar aufstocken, wodurch es für die große Expansion des US-Finanzdefizits aufkommen könnte. Die leichten Rückgänge beim Wert des Renminbi in letzter Zeit deuten darauf hin, dass sich Chinas Wechselkurspolitik nach seiner Währungsaufwertung um 20 % seit Juli 2005 unter Umständen ändert.