0

Kapitalismus und Skepsis

BALTIMORE – Derzeit bringt jeder neue Tag eine weitere Meldung über ein Rettungspaket an der Wall Street, das sogar noch riesenhafter ist als das davor, sodass sich immer stärker eine Frage aufdrängt: Warum schneidet die amerikanische Wirtschaft unter republikanischen Präsidenten so schlecht ab?

Die Fakten sind schwer zu bestreiten; die historischen Belege sind jetzt sogar so eindeutig, dass hartgesottene Republikaner sich wahrscheinlich langsam fragen, ob sie mit einem Fluch belegt wurden. In dem Zeitraum, für den die moderne Statistik zur Verfügung steht, haben die Demokraten nach fast jedem traditionellen Maß für Wirtschaftsleistung besser abgeschnitten als die Republikaner (BIP-Wachstum pro Kopf, Arbeitslosigkeit, Inflation, Haushaltsdefizite).

Die Demokraten haben es sogar geschafft, die Republikaner auf ihrem eigenen „Hoheitsgebiet“ zu schlagen. Dank der Verschwendungssucht der derzeitigen Regierung Bush (und der Sparsamkeit der Regierung Clinton) sind die durchschnittlichen Ausgaben des Bundes im Verhältnis zum BIP in der gemessenen Zeit unter republikanischen Präsidenten mittlerweile höher als unter den Demokraten.

Das Muster der republikanischen Defizite bleibt bestehen, wenn man die Spanne der historischen Analyse auf Aktiengewinne ausweitet, um die Wirtschaftsleistung zu messen. Im Durchschnitt war die Belohnung dafür, dass man sein Geld in Aktien anlegt, seit dem Beginn des Standard and Poor’s Composite Index 1926 in der Amtszeit eines republikanischen Präsidenten jeweils um ca. 16 Prozentpunkte niedriger als unter den Demokraten. Das schlechte Abschneiden der Republikaner bleibt eine hartnäckige Tatsache, auch wenn die Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg aus der Analyse herausgerechnet werden (in der kühnen Hoffnung, dass sie sich als einmalige Ereignisse erweisen werden).