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Die britische Bedrohung für die Sicherheit Großbritanniens

WARSCHAU – Kürzlich hat der britische Premierminister David Cameron damit begonnen, über die Bedeutung der Mitgliedschaft in der Europäischen Union für die Sicherheit Großbritanniens zu sprechen. Dies ist im Vorfeld der Volksabstimmung über einen möglichen Austritt des Landes wohl das überzeugendste Argument für einen Verbleib in der EU, das Cameron den britischen Wählern bieten kann. Aber kommt dieses Sicherheitsargument für Cameron, der die Abstimmung bis Ende 2017 versprach, vielleicht zu spät?

Viele behaupten, ein britischer Austritt aus der EU („Brexit“) beeinträchtige die Sicherheit des Landes nicht, da sie durch die NATO gewährleistet sei. Aber Sicherheit und Verteidigung sind zwei unterschiedliche Dinge. Zu echter Sicherheit zählt die Gewissheit, dass ein Land sein Verteidigungsbündnis gar nicht erst in Anspruch nehmen muss – und dies ist es, was durch die Mitgliedschaft in der EU momentan gegeben ist.

So war auch die Verteidigung der USA zwischen den beiden Weltkriegen nicht von ihrer Mitgliedschaft in der Liga der Nationen abhängig. Aber die Entscheidung des Landes, diesem Staatenbund nicht beizutreten – aus Gründen der Souveränität, die denjenigen der heutigen Brexit-Anhänger ähnelten – führte zum Zusammenbruch der Liga und einer erheblichen Schwächung der US-Sicherheit.

Die Sicherheit im heutigen Großbritannien hingegen war noch nie so groß. Trotz Instabilität und Gewalt in Ländern wie Syrien oder der Ukraine gibt es dort nicht die geringste strategische Bedrohung. Und gegen die taktische Gefährdung durch den Islamischen Staat ist die Mitgliedschaft in der EU weitgehend eine Garantie für Zusammenarbeit.