bangladesh drug war Rehman Asad/Barcroft Images/Barcroft Media/Getty Images

Bangladeschs tödlicher Drogenkrieg

LONDON – Die Tonqualität ist schlecht und die Schüsse klingen dumpf, aber in Ekramul Haques Stimme ist der Todeskampf nicht zu überhören. Am 26. Mai wurde Haque – ein gewählter Funktionär aus Südbangladesch - während eines Telefonats mit seiner Familie offenbar im Laufe einer außergerichtlichen Tötung von der Polizei erschossen.

Die Behörden in Bangladesch beharren darauf, dass Haque Drogenhändler war und während eines Schusswechsels umkam, aber die - von seiner Frau erstellten  - Tonaufnahmen seines Todeskampfes legen nahe, dass ihn die an der Amtshandlung beteiligten Polizisten töteten und anschließend am Tatort Drogen deponierten. Das Tondokument wirft ein verstörendes Licht auf die neue Drogenbekämpfungsstrategie in Bangladesch.    

Seit Mai, als Ministerpräsidentin Scheich Hasinaden Drogenkrieg ihrer Regierung intensivierte, wurden geschätzte 25.000 Menschen willkürlich inhaftiert und mindestens 200 Personen starben bei angeblichen Schusswechseln. Die Parallelen zu Präsident Rodrigo Dutertes brutalem Vorgehen gegen Drogen auf den Philippinen sind erschreckend. Dort kommt es routinemäßig zu Menschenrechtsverletzungen und seit 2016 wurden über 20.000 Menschen umgebracht. Während Dutertes Kampagne international verurteilt wird,  schenkt man Hasinas Säuberungen weniger Aufmerksamkeit.

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