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Bildung im zweiten Maschinenzeitalter

MÜNCHEN – Künstliche Intelligenz, die einst ins Reich der Science-Fiction gehörte, verändert unser Leben. Autos fahren sich selbst. Drohnen werden für die Zustellung von Paketen programmiert. Computer lernen Krankheiten zu diagnostizieren. In einem unlängst erschienenen Buch schildern die Wirtschaftswissenschaftler Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee diese jüngsten Fortschritte als Beispiele für den Beginn dessen, was sie das „zweite Maschinenzeitalter“ nennen.

Allein schon der Name – das erste Maschinenzeitalter war die Industrielle Revolution – lässt auf einen epochalen Wandel schließen. Und wirklich, wenn man den Prognosen glauben kann, könnten diese technologischen Fortschritte die Art und Weise wie wir leben tief greifend beeinflussen.

Eine weit verbreitete Prognose lautet, dass Lohnkosten an Bedeutung verlieren werden, da immer ausgereiftere Roboter Arbeitnehmer ersetzen und die Produktion wieder in reiche Länder zurückverlagert wird. Eine weitere besagt, dass zunehmend intelligente Maschinen die Nachfrage nach fortgeschrittenen Fähigkeiten verringern werden und somit der wirtschaftliche Vorteil aus dem Besitz dieser Fähigkeiten geringer wird.

Die erste dieser beiden Hypothesen ist nach wie vor weit hergeholt. Es gibt jedoch Beweise, dass die zweite bereits begonnen hat, sich zu bewahrheiten und schwerwiegende Auswirkungen für die Art und Weise nach sich zieht, wie moderne Volkswirtschaften versucht haben, den Herausforderungen der Globalisierung zu begegnen.