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Die Wiederbelebung der ukrainischen Wirtschaft

WASHINGTON, DC – In der Ukraine hat sich plötzlich ein demokratischer Durchbruch ereignet. Nachdem der ehemalige Präsident Viktor Janukowitsch massiv Blut vergossen hatte, traten viele seiner Parlamentsmitglieder zur Opposition über und bildeten damit eine große Mehrheit. Unabhängig davon, was für eine neue Regierung daraus entsteht: Um ihre Autorität zu festigen, muss sie zur Sanierung der krisengeschüttelten Volkswirtschaft des Landes schnell und entschieden handeln – und braucht dazu beträchtliche internationale Unterstützung.

Die Ukraine leidet unter drei großen wirtschaftlichen Problemen: Erstens sind ihre ausländischen Zahlungen nicht nachhaltig. Das Leistungsbilanzdefizit betrug im letzten Jahr schätzungsweise 8,3% des BIP, und die Fremdwährungsreserven gehen schnell zurück und decken nur noch gut zwei Monate der Importe ab. Zweitens sind auch die öffentlichen Finanzen nicht nachhaltig. Das Haushaltsdefizit hat fast 8% des BIP erreicht, und die Zinsen der Regierungsanleihen sind sehr hoch. Drittens befindet sich die Wirtschaft seit Mitte 2012 bereits fünf Quartale lang in der Rezession.

Diese Probleme spiegeln Janukowitschs Wirtschaftspolitik wider, die nur ein Ziel hatte: ihn selbst, seine Familie und einige seiner Freunde zu bereichern. Während der letzten vier Jahre fanden in der Ukraine bisher nie da gewesene Unterschlagungen durch die Regierung statt, was das Vermögen der Familie Janukowitsch auf geschätzte 12 Milliarden USD gesteigert hat. Wenn die neue Regierung etwas von dieser Beute zurückholen will, braucht sie auch hierfür internationale Unterstützung.

Ohne Janukowitsch sollte die behördliche Erpressung der ukrainischen Unternehmen ein Ende finden, was der Wirtschaft eine Erholung ermöglichen wird. Tatsächlich wuchs das ukrainische BIP im letzten Quartal von 2013 bereits um 3,3%, da seine Vetternwirtschaft durch die Proteste aufgehalten wurde. Aber trotzdem kann und muss schnell viel getan werden, da der Ukraine das Geld ausgeht.