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Die Geschichte zweier Diktaturen

Myanmar und Pakistan sind zwei asiatische Länder, deren Militärmachthaber sich in Schwierigkeiten befinden. Allerdings bewegen sich die beiden Länder in entgegengesetzte Richtungen, denn in Pakistan hat man die Gründe für den Aufstieg Asiens verstanden und in Myanmar nicht.

Asien befindet sich im Aufwind, weil sich die asiatischen Länder zunehmend der Modernität öffnen. Ausgehend von Japan hat diese Modernisierungswelle die vier „asiatischen Tigerstaaten” (Südkorea, Taiwan, Hongkong und Singapur), manche ASEAN-Länder (Malaysia, Indonesien, Thailand und Vietnam) und schließlich China und Indien erfasst. Jetzt rollt diese Welle in Richtung Pakistan und Westasien.

Ich besuchte Pakistan während einer etwas turbulenteren Woche. Der im Exil lebende ehemalige Ministerpräsident Nawaz Sharif versuchte in dieser Zeit seine Rückkehr, wurde jedoch umgehend wieder ins Exil verfrachtet. Die Welt rechnete mit einem politischen Erdbeben, aber das Leben im Land ging ruhig weiter.

Das politische Erdbeben blieb aus, weil sich die pakistanische Elite der Modernisierung verschrieben hat. Unter der Führung von Ministerpräsident Shaukat Aziz, einem ehemaligen Mitarbeiter der Citibank, kam es in Pakistan zu dramatischen Strukturreformen, wodurch man an den Erfolg der führenden Schwellenökonomien anschließen konnte. Dies erklärt das hohe Wirtschaftswachstum.