Neue Strategie für Nordkorea

SEOUL – Der lange verschobene Parteitag von Nordkoreas regierender Partei der Arbeit hat nun angefangen und findet zu einer Zeit statt, in der starke Spannungen zwischen Nordkorea und der internationalen Gemeinschaft bestehen. Es wird allgemein erwartet, dass Kim Jong-ils dritter Sohn, Kim Jong-un, eine Schlüsselposition erhält und öffentlich als Nachfolger seines Vaters angekündigt wird. Es gibt zudem Hinweise, dass eine Umbesetzung wichtiger Positionen innerhalb der Partei stattfinden wird, die es dem mutmaßlichen Erben ermöglichen wird, eine neue Machtbasis zu bilden.

Egal, was passiert und wer sich als neuer Führer herausstellen wird: Nordkorea sieht mit hoher Wahrscheinlichkeit einer instabilen Zukunft entgegen. Der Preis für die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung wird weiter steigen, da die grundlegenden Schwächen des Systems den neuen Führer zwingen, sich schwierigen neuen Herausforderungen zu stellen. Außerdem geht die Verantwortung dafür, diese potenzielle Instabilität zu bewältigen, weit über die Führung in Pjöngjang hinaus.

Auf die Fragilität Nordkoreas lässt die Tatsache schließen, dass selbst ein so wichtiges politisches Ereignis wie der Parteitag der Partei der Arbeit Koreas, der zum ersten Mal nach drei Jahrzehnten abgehalten wird, Anfang September kurzfristig verschoben wurde. Ein Grund für den Aufschub könnte eine Spaltung innerhalb der herrschenden Elite sein, einer Gruppe, die der „Geliebte Führer“ Kim Jong-il selbst nicht mehr so erfolgreich kontrollieren kann wie zuvor. Zudem könnten Kims gesundheitliche Probleme sich wesentlich schneller verschlimmert haben, als Außenstehende vermuten, was die Angelegenheit noch komplizierter gestaltet.

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