0

Ein Europa für alle

Alteingesessene Mitglieder der Europäischen Union scheinen derzeit an der Zukunft der Union zu zweifeln, dagegen blicken wir in der Ukraine mit Hoffnung und Bewunderung auf die Europäische Union. Das grundlegende Ziel unserer Außenpolitik ist es, am Voranschreiten der EU teilzuhaben, denn die Ukraine hat festgestellt, dass nationale Einheit keinen Schlusspunkt, sondern einen Anfang darstellt.

Die europäische Einheit ist in der Tat unteilbar: Wenn eine Nation ausgeschlossen wird, sind alle unfrei. Wir Europäer sind unentrinnbar in einem Netz gefangen, unsere Schicksale sind miteinander verwoben. Jeder Aspekt unserer gemeinsamen Kultur, wenn nicht das letzte Jahrhundert des gemeinsamen Leidens, bestätigt uns dies. Was ein europäisches Land direkt betrifft, betrifft alle indirekt.

Wir können uns die enge Vorstellung von zwei Europas – dem der Betuchten und dem der Habenichtse, dem der Auserwählten und dem der Ausgestoßenen – nie wieder leisten. Alle, die auf dem europäischen Kontinent leben, können nicht, ja sie dürfen nicht von der Union ausgeschlossen bleiben. Der derzeitige große europäische Friede und der heutige gesamteuropäische Wohlstand hängen davon ab.

Selbstverständlich murren einige Leute, dass die Ukraine nicht Europa sei. Sie sollen nach Kiew kommen und mit den Menschen sprechen, den jungen wie den alten, mit Fabrikarbeitern, Bauernfrauen, Anwälten, Ärzten und Lehrern, die im letzten Winter wochenlang in der Kälte und im Schnee standen und ausharrten, um ihre Freiheit zu verteidigen.