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Was ist das Problem transformationaler Führung?

CAMBRIDGE – Der diesjährige Präsidentschaftswahlkampf in den Vereinigten Staaten ist von Forderungen der potentiellen republikanischen Herausforderer von Barack Obama geprägt, die amerikanische Außenpolitik radikal zu transformieren. Wahlkämpfe sind immer extremer als die letztendliche Realität, aber Länder sollten Vorsicht walten lassen, wenn Forderungen nach tiefgreifendem Wandel laut werden. Die Dinge laufen nicht immer so wie gewollt.

Bei den US-Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 hat die Außenpolitik fast keine Rolle gespielt. Zu Beginn seiner ersten Amtszeit im Jahr 2001 hat George W. Bush geringes außenpolitisches Interesse bewiesen, machte sich aber nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 transformierende Ziele zu eigen. Wie schon seine Vorgänger Woodrow Wilson, Franklin Roosevelt und Harry Truman hat Bush zu Demokratierhetorik gegriffen, um seine Anhänger in Zeiten der Krise um sich zu scharen.