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Befindet sich die amerikanische Wirtschaft noch in der Rezession?

Angesichts der Größe und der wirtschaftlichen Bedeutung der USA ist der Zustand der US-Wirtschaft von globalem Interesse. Sie ( erreichte ihren Höhepunkt im März 2001, als der Boom der 90er ein Ende fand und das außergewöhnliche Wirtschaftswachstum nach einer Dekade erstmals wieder in die erste Rezession überging. War diese Rezession aber abgeschlossen, als die Wirtschaft im Dezember 2001 wieder anzog? Oder hält sie weiter an? Das amerikanische Institut für Wirtschaftsforschung (NBER) und sein Konjunkturausschuss, der halb-offiziell damit betraut ist, den Konjunkturzyklus der US-Wirtschaft zu verfolgen und festzulegen, hüllen sich in Schweigen. Die jüngsten Veränderungen der Wirtschafts- und Währungspolitik verraten eine Zweideutigkeit, die schon immer bezeichnend war für die Art, wie das NBER über die Konjunktur dachte.

Seit der Weltwirtschaftskrise war das Ende einer Rezession immer eindeutig bestimmbar: es war erreicht, wenn die Industrieproduktion stark anstieg, der Abwärtstrend des Gesamtumsatzes umkehrte und sich die Arbeitslosenzahl verringerte. All diese Tendenzumschwünge fanden gleichzeitig statt oder innerhalb weniger Monate. Somit war es nie wirklich wichtig, wie das Ende einer Rezession definiert wurde oder ob es überhaupt eine Definition gab. Wie ein Richter des Obersten Gerichtshofes einst über die Obszönität sagte: "Ich habe vielleicht keine genaue Definition, aber wenn ich sie sehe, erkenne ich sie sofort."