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Bruchlinien im Irak

Der irakische Verfassungsentwurf wird wahrscheinlich bei dem am 15. Oktober stattfindenden Referendum angenommen werden. Letztlich ist es allerdings egal, ob er ratifiziert wird oder nicht, denn die Verfassung – und der gesamte Prozess der Verfassungsbildung – ist der Realität in einem Land komplett entrückt, in dem es kein einheitliches politisches Gemeinwesen gibt.

Das Problem ist nicht die Verfassung an sich, sondern die weitverbreitete Meinung – beinahe schon fixe Idee – dass der Irak ein lebensfähiger, moderner Nationalstaat sei, dem es nur noch an den richtigen politischen Institutionen fehle, um ordentlich zu funktionieren. Das ist ein Irrtum und verantwortungsbewusste Führungspersönlichkeiten sollten anfangen, über Alternativen nachzudenken.