Wie islamistischer Terrorismus bekämpft werden kann

26

NEW YORK – Offene Gesellschaften sind immer gefährdet. Infolge der Terroranschläge in Paris und andernorts und aufgrund der Art und Weise, wie Amerika und Europa, insbesondere Frankreich, auf die Anschläge reagiert haben, gilt dies heute vor allem für Amerika und Europa.

Dschihadistische Terrorgruppen wie der „Islamische Staat“ und Al-Qaida haben die Achillesferse unserer westlichen Gesellschaften entdeckt: die Angst vor dem Tod. Diese Angst wird durch entsetzliche Anschläge und makabere Videos geschürt und von den „PR-Strategen“ des IS erweckt und vergrößert, was dazu führt, dass ansonsten vernünftige Menschen in bis dato offenen Gesellschaften jegliche Vernunft fahren lassen.

Hirnforscher haben entdeckt, dass Emotionen eine wesentliche Komponente des menschlichen Verstandes sind. Diese Entdeckung erklärt, warum dschihadistisch motivierter Terrorismus eine derart wirkungsvolle Bedrohung für unsere Gesellschaften darstellt: Die Furcht vor dem Tod veranlasst uns und unsere politischen Entscheidungsträger irrational zu denken – und folglich irrational zu handeln.

Die Hirnforschung bestätigt lediglich, was die Erfahrung längst gezeigt hat: Wenn wir Angst um unser Leben haben, wird unser Denken und Handeln von Emotionen gelenkt und es fällt uns schwer, rational zu urteilen. Angst aktiviert einen älteren, primitiveren Teil des Gehirns als den, der die abstrakten Werte und Grundsätze einer offenen Gesellschaft formuliert und aufrechterhält.