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Wendepunkte für die Zukunft Asiens

TOKIO – Es wird behauptet, in der Politik sei eine Woche eine lange Zeit. Aber die Ereignisse der letzten Woche in Asien könnten die Zukunft der Region für Jahrzehnte bestimmen.

Thailand, eines der wohlhabendsten Länder Asiens, scheint sich selbst zu einem hoffnungslosen Fall machen zu wollen. Nach der Absetzung der gewählten Regierung durch das thailändische Verfassungsgericht aus vorgeschobenen rechtlichen Gründen folgte ein Militärputsch, der höchstens zu einem künstlichen Frieden führen kann. Sollte Thailands Militär nicht in der Lage sein, ehrlich zwischen der abgesetzten Premierministerin Yingluck Shinawatra (und ihren Unterstützern) und der antidemokratischen Elite Bangkoks zu vermitteln, die das Recht einer dauerhaften Minderheitsregentschaft anstrebt, könnte die momentane Ruhe bald einem neuen und gefährlichen Sturm weichen.

Östlich von Thailand ist Vietnam das jüngste asiatische Land, das sich durch Chinas Politik des Schaffens von Fakten zur Stärkung seiner Ansprüche auf umstrittenes Territorium eingeengt fühlt. Als China eine riesige Ölbohrplattform in der Nähe der umstrittenen Paracel-Inseln im südchinesischen Meer brachte, reagierte die vietnamesische Regierung heftig. Und noch stärker reagierten vietnamesische Normalbürger, nahmen die Sache in ihre eigenen Hände und griffen chinesisch finanzierte Industriebetriebe an.

Chinas unilaterales Verhalten hat die Spannung intensiver antichinesischer Gefühle freigelegt, die unter der Oberfläche vieler asiatischer Länder brodeln. Dieser Trend wurde auch durch die wiederholten Proteste dieser Woche gegen Chinas Bergbauinvestitionen in Myanmar bestätigt – ein Trend, den Chinas Politiker anscheinend entweder als trivial abtun oder als unabhängig von ihren Schikanen betrachten. In der Tat scheint Chinas Führung ähnlich wie der russische Präsident Wladimir Putin, der in der Ukraine umfassende Ablehnung erfährt, zu glauben, öffentliche Proteste gegen sie könnten nur das Ergebnis einer amerikanischen Verschwörung sein.