Regimewechsel im Jemen - eine Familienfehde

SANAA – Als der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh am 18. März seinem Militär befahl, auf friedliche Demonstranten zu schießen, die seinen Rücktritt forderten, war sein Schicksal besiegelt. Eine ganze Reihe Abtrünniger aus Militär, Regierung und Diplomatie unter der Führung des langjährigen Verbündeten des Präsidenten, Generalmajor Ali Mohsen al-Ahmar, forderte das Regime heraus.

Aber obwohl al-Ahmar sein Entsetzen über den Gewalteinsatz äußerte und versprach, die Verfassung zu verteidigen, war seine Entscheidung alles andere als altruistisch. Dem verärgerten General, der über langjährige Verbindungen zu jenen Dschihadisten verfügt, die die USA im Jemen bekämpfen, ging es lediglich darum, eine offene Rechung mit der Präsidentenfamilie zu begleichen.

Die Beziehung zwischen al-Ahmar und Saleh geht bis in ihre Jugend zurück. Salehs Mutter war in zweiter Ehe mit al-Ahmars Onkel verheiratet. Obwohl sie also keine Halbbrüder sind, wie immer behauptet wird, weist diese verwandtschaftliche Verbindung doch auf ihre Nähe hin. Al-Ahmar wurde lange Zeit entweder als Salehs rechte Hand oder als heimlicher Präsident des Landes gesehen.  Als die Nasseristische Partei versuchte, Saleh nach weniger als 100 Amtstagen als Präsident zu stürzen, wurde er von al-Ahmar verteidigt, der den Putsch vereitelte. Im Jahr 1994 schlugen seine Einheiten eine Abspaltungsbewegung im Süden nieder.

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