US predator drone Louie Palu/ZumaPress

Hat der US-Drohnenkrieg den Jemen verloren?

NEW YORK – Die jüngste Krise im Jemen hat Diskussionen darüber ausgelöst, ob die Antiterrorstrategie der Regierung von US-Präsident Barack Obama in diesem Land – die hauptsächlich auf Drohnenangriffen beruht – ein Fehlschlag war. Tatsächlich zeigt ein neuer Bericht mit dem Titel „Death by Drone“, dass selbst ohne Berücksichtigung der aktuellen Krise das Leid, das die jemenitische Zivilbevölkerung durch die US-Drohnenangriffe erlitten hat, Grund genug dafür sein sollte, dass Amerika seine Strategie überdenkt.

Die USA führt im Jemen seit 2002 oder noch früher Drohnenangriffe durch. Die Gesamtzahl der Angriffe wird auf 90 bis 198 geschätzt. Die amerikanische und die jemenitische Regierung loben zwar die präzise Zielführung der Drohnen, weigern sich aber, wichtige Details über die Angriffe zu veröffentlichen, etwa über ihre Anzahl, darüber, wer angegriffen wurde und, am wichtigsten, über die Zahl und Identität der getöteten Zivilisten.

In einer Rede an der National Defense University im Mai 2013 hatte Obama versichert, dass außerhalb von Afghanistan keine Drohnenangriffe durchgeführt werden, wenn nicht „fast sicher“ sei, dass keine Zivilisten getötet oder verletzt würden. (Generell gab er zu, dass US-Drohnenangriffe zivile Opfer gefordert hatten.) Obama behauptete auch, die USA nähmen nur „Terroristen, die eine dauerhafte und direkte Gefahr für das amerikanische Volk sind“, ins Visier, und sie würden keine Drohnen einsetzen, wenn „die Möglichkeit besteht, Terroristen direkt gefangen zu nehmen“.

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