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Die Welt gemäß Xi

PEKING – Am 15. November wurde Xi Jinping Generalsekretär der chinesischen kommunistischen Partei und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission und damit oberster Befehlshaber über die chinesischen Streitkräfte. Im kommenden März wird er außerdem Präsident Chinas werden.

Was für ein Weltbild hat Chinas neues Staatsoberhaupt, und wie wird er die äußeren Angelegenheiten des Landes regeln? Unterscheiden sich sein Stil und seine Präferenzen wesentlich von denen seines Vorgängers, Hu Jintao? Die Antworten werden für die Beziehungen Chinas mit der Welt und vice versa im nächsten Jahrzehnt entscheidend sein.

Die chinesische Führung hat eine ganz andere Einstellung zur Macht als zum Beispiel Spitzenpolitiker in den USA. Amerikas Politiker müssen die Wähler von ihren Ideen und Werten überzeugen, Chinas Führer müssen die Medien und die Öffentlichkeit gar nicht direkt informieren, auch nicht über ihre außenpolitischen Visionen. Mit der bemerkenswerten Ausnahme von Mao Zedong und Deng Xiaoping haben chinesische Politiker der chinesischen Diplomatie selten ihren persönlichen Stempel aufgedrückt.

In diesem Sinn wird der Führungsstil von Xi wahrscheinlich der Tradition seiner Vorgänger folgen. Trotzdem sind Xis Perspektive und Weltsicht sicher anders als die von Hu.