Verbohrt in Rio

KOPENHAGEN – Zehntausende Menschen werden sich demnächst zum Weltgipfel der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro einfinden. Das von überdrüssigen Politikern bis zu hochmotivierten Aktivisten reichende Teilnehmer-Spektrum soll das Engagement für die Umwelt überall wieder neu beleben. Leider wird dieser Gipfel wohl wieder zu einer vertanen Chance werden.

Die UNO präsentiert das verlockende Versprechen einer „grünen Ökonomie“, mit der man sich der Bekämpfung globalen Erwärmung widmet. In Wahrheit wird auf dem Gipfel aber das falsche Ziel anvisiert, denn die viel größeren ökologischen Probleme des überwiegenden Teils der Welt werden vernachlässigt.

Die globale Erwärmung ist mitnichten unsere größte Umweltbedrohung. Selbst unter der – unsinnigen – Annahme, dass sie die Ursache aller Todesfälle infolge von Überschwemmungen, Dürren, Hitzewellen und Unwetter wäre, käme man bei dieser Berechnung auf lediglich 0,06 Prozent aller Todesfälle in den Entwicklungsländern. Im Vergleich dazu werden 13 Prozent aller Todesfälle in der Dritten Welt durch Wasser- und Luftverschmutzung verursacht.

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