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Welten voneinander entfernt

Makroökonomische Politik, Globalisierung der Finanzmärkte und Änderungen in den Arbeitsmarktinstitutionen haben die Ungleichheit in den letzten Jahrzehnten verstärkt, nicht nur beim Einkommen und Vermögen, sondern auch beim Zugang zu Bildung, Gesundheitswesen, sozialer Absicherung sowie bei der politischen Partizipation und Einflussnahme. Selbst in Ländern, die ein schnelles Wirtschaftswachstum erleben, hat eine Reihe von Faktoren zusammengewirkt, die durch ungeheure demografische Veränderungen verschärft wurden, um die Ungleichheit von Wissen, sozialer Verantwortung und Lebensaussichten von einer Generation an die nächste weiterzugeben.

Wie im Bericht der Vereinten Nationen The Inequality Predicament beobachtet, haben sich wenige Länder, ob reich oder arm, gegen den globalen Trend der wachsenden Ungleichheit oder seine Folgen für Bildung, Gesundheit und Sozialfürsorge als immun erwiesen.

Selbstverständlich gibt es keine einfache kausale Verknüpfung, die Armut und Ungleichheit mit Gewalt verbindet. Doch tragen Ungleichheit und ein Gefühl der Entbehrung zu Unmut und sozialer Instabilität bei, was die Sicherheit gefährdet. Ausgeschlossen und mit trostlosen Lebensperspektiven machen insbesondere junge Leute oft die Erfahrung der Anomie und greifen unter Umständen zu unsozialem Verhalten, einschließlich Gewalt.

Es gibt auch keine einfache Erklärung dafür, was Armut verursacht. Armut entsteht jedoch eindeutig aus verschiedenen komplexen Bedingungen und zu ihrer Verbesserung ist ein multidimensionaler Ansatz erforderlich. Es ist z. B. schwer vorstellbar, wie „Armut zur Geschichte“ gemacht werden soll, ohne gleichzeitig genügend annehmbare Arbeit, Bildungschancen und Gesundheitsfürsorge für alle zu schaffen.