The assembly line at Ford Bill Pugliano/Getty Images

Wohin steuert das multilaterale Handelssystem?

BRÜSSEL – Der Freihandel scheint in diesen Tagen kaum Anhänger zu haben. Obwohl sich die tatsächlichen Handelsvolumina inzwischen von der Rezession und dem Fall der Rohstoffpreise nach der Krise erholen, ist die „Globalisierung“ zunehmend umstritten. Exemplarisch zeigt sich dies an der Wahl von US-Präsident Donald Trump auf der Basis von Versprechen, internationale Verträge platzen zu lassen und harte Saiten gegenüber den Handelspartnern aufzuziehen. Was bedeutet dies für die Zukunft des regelbasierten Handelssystems?

Vor rund 60 Jahren, als das gegenwärtige regelbasierte globale Handelssystem entwickelt wurde, waren die USA die weltweit einzige wirtschaftliche „Supermacht“. Sie wiesen in den hochentwickelten Fertigungsbranchen jener Zeit eine eindeutige Dominanz auf. Machtvoll genug, um anderen Regeln aufzuerlegen, und dominant genug, um den größten Anteil der Vorteile für sich zu beanspruchen, konnten sie die Rolle eines „wohlmeinenden Hegemons“ spielen, und das taten sie auch.

Als Japan und Europa sich vom Zweiten Weltkrieg erholten – wobei Letzteres zusätzlich von seiner wirtschaftlichen Integration profitierte –, begann Amerikas Vorsprung zu schwinden, und in den 1970er und 1980er Jahren teilten die USA die Macht über die weltweite Handelsagenda mit Europa. Trotzdem verfolgten beide, da sie so viele gemeinsame Interessen teilen, im Allgemeinen einen kooperativen Ansatz.

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