Frauen und der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf

OLYMPIA, WASHINTON – Barack Obama und John McCain sind die beiden Kandidaten in Amerikas diesjähriger Präsidentschaftswahl, doch wurde der Wahlkampf auch von zwei äußerst unterschiedlichen Frauen beherrscht: Hillary Clinton und Sarah Palin. Viele Beobachter glauben sogar, dass Frauen das Wahlergebnis bestimmen werden. Um also Sigmund Freud zu paraphrasieren: „Was wollen amerikanische Frauen?“

Bis in die 60er Jahre hinein neigten amerikanische Frauen eher als Männer dazu, die Republikaner zu unterstützen. Bei der Wahl 1980 zeigte sich eine andere Geschlechterkluft; Frauen stimmten mit höherer Wahrscheinlichkeit für die Demokraten als Männer. 1996 lag die Unterstützung der Frauen für Bill Clinton um 14 Prozentpunkte höher als die der Männer, und im Jahr 2000 zogen Frauen Al Gore um 12 Punkte George W. Bush vor.

Doch seit 1996 hat sich die politische Geschlechterkluft halbiert. Die Frauen, die sich wieder zu den Republikanern hingezogen fühlen, sind der gängigen Meinung nach „Sicherheitsmütter“ – Ehefrauen und Mütter aus den Vorstädten, die nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 anfingen, sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Familien zu machen. Die Nominierung Palins durch McCain war ein Versuch, diese Mütter anzusprechen und die Stimmen von Frauen zu gewinnen, die über Clintons Niederlage enttäuscht waren.

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