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Wie wir das Vertrauen in Europa zurückerobern

CHICAGO – Wenn eine Lösung, die in den kommenden Tagen für die europäische Krise vorgeschlagen wird, das Vertrauen in die Märkte für Staatsanleihen wiederherstellen soll, muss sie für Retter wie auch für Gerettete sowohl ökonomisch tragfähig als auch politisch akzeptabel sein. Es gilt also nicht nur auf die technischen Details zu achten, sondern auch auf den äußeren Schein.

Über die Schlüsselelemente einer Lösung herrscht zunehmend Übereinstimmung. Erstens müssen Italien und Spanien glaubwürdige mittelfristige Pläne entwickeln, die nicht nur ihre finanzielle Stabilität wieder herstellen, sondern auch ihre Fähigkeit verbessern, aus den Schwierigkeiten herauszuwachsen. Für die Bürger wird zwar jeder Plan mit Schmerzen verbunden sein, aber die Märkte müssen diesen Schmerz für erträglich halten, zumindest gemessen an den Alternativen.

Es ist wichtig, dass diese Pläne als im Inland entwickelt betrachtet werden (obwohl sich die Wähler keine Illusionen über den Druck machen werden, den das Ausland und der Markt ausüben und der ihre Regierungen zum Handeln zwingt). Gleichzeitig könnte eine externe Organisation, wie etwa der Internationale Währungsfonds, dem Plan zusätzlich Glaubwürdigkeit verleihen, indem sie ihn auf seine Übereinstimmung mit den Zielen des Landes hin überprüft und seine Umsetzung überwacht.

Zweitens muss eine Einrichtung – der IWF oder die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität, wobei die jeweilige Instanz direkt durch die Länder oder die Europäische Zentralbank finanziert wird – bereitstehen, um die Kreditaufnahme von Italien, Spanien und allen anderen potenziell notleidenden Staaten in den kommenden ein bis zwei Jahren zu finanzieren. Es gibt allerdings einen wichtigen Vorbehalt, der in den öffentlichen Diskussionen weitgehend ignoriert worden ist: Wenn diese Finanzierung Vorrang vor privaten Gläubigern hat (wie es bei IWF-Mitteln normalerweise ist), wird es für diese Länder schwieriger, wieder Zugang zu den Märkten zu erlangen. Je mehr Anleihen ein Land kurzfristig bei offiziellen Quellen macht, desto weiter nach hinten in der Reihe werden private Gläubiger gedrängt. Dadurch werden private Kreditgeber anfälliger für einen größeren Gläubigerverzicht, wenn das Land letztlich zahlungsunfähig wird – und somit zurückhaltender überhaupt Kredite zu vergeben.