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Wird die Anleihen-Blase platzen?

Wenn die Inflationsrate nicht viel weiter sinkt, sind die Zeiten für Kreditnehmer momentan günstig, aber umso schwieriger für Kreditgeber und diejenigen, die in langfristige Anleihen investieren. Durch die übertriebenen Ängste vor einer Deflation bleiben die Zinssätze in vielen Ländern niedrig und die Kapitalkosten auf einem historischen Tiefstand.

Die niedrigsten Zinssätze wurden am 13. Juni verzeichnet. Der Ertrag zehnjähriger Anleihen in den USA betrug 3,11 %, lag also nicht viel höher als die Inflationsrate der letzten 12 Monate von 2,1 %. In der Eurozone lag der Ertrag von Staatsanleihen bei einer Inflationsrate von 1,9 % bei 3,54 %. In Großbritannien betrug die Inflationsrate 3 % und der Ertrag 3,86 %, während japanische Anleihen bei einer Inflationsrate von -0,1 % einen Ertrag von 0,44 % einbrachten.

In jedem Fall würde eine leichte Erhöhung der heute sehr niedrigen Inflationsraten jeglichen realen Gewinn bei Anleihen zunichte machen. Wenn sich die langfristigen Zinssätze ändern, werden die Preise für langfristige Anleihen stark fallen und den Investoren Verluste bescheren.

Die Entwicklung der Anleihemärkte in den Industrieländern während der letzten fünfzig Jahre verlief relativ geradlinig. Bis zu ihrem historischen Höchststand in Europa, Nordamerika, Japan und anderen Ländern während der Ölkrisen zwischen 1973 und 1974 sowie von 1979 bis 1981 stieg die Verbraucherpreisinflation stetig an (obgleich von kurzfristig starken Umschwüngen unterbrochen). Danach kehrte sich der Trend um und die Inflation ging stetig zurück.