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Wird staatliche Torheit jetzt eine Cyber-Krise zulassen?

CAMBRIDGE, MASS.: Nach dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 fragten viele Kritiker schockiert, warum Märkte, Regulierungsorgane und Finanzexperten die Krise nicht kommen sahen. Heute könnte man sich dieselbe Frage in Bezug auf die Anfälligkeit der Weltwirtschaft gegen Cyber-Angriffe stellen. Tatsächlich bestehen auffallende Parallelen zwischen Finanzkrisen und der Bedrohung durch Cyber-Katastrophen.

Obwohl die größte Bedrohung von Schurkenstaaten mit der Kapazität zur Entwicklung extrem komplexer Computerviren ausgeht, drohen auch von anarchistischen Hackern und Terroristen oder sogar von Computerpannen, die dann durch Naturkatastrophen verstärkt werden, Gefahren.

Einige Sicherheitsexperten haben bereits ihre große Besorgnis zum Ausdruck gebracht, darunter jüngst der Leiter des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5. Im Großen und Ganzen jedoch sind nur wenige führende Köpfe bereit, im Namen einer derart amorphen Bedrohung wesentliche Kompromisse beim Wachstum auf dem Technologiesektor oder im Internet einzugehen. Stattdessen ziehen sie es vor, relativ unverfängliche Arbeitsgruppen und -ausschüsse einzurichten.

Es ist schwierig, die Abhängigkeit der modernen Volkwirtschaften von Großrechnern zu überschätzen. Doch man stelle sich vor, was passieren würde, falls eines Tages eine größere Zahl wichtiger Kommunikationssatelliten arbeitsunfähig gemacht oder die Datenbanken wichtiger Finanzsysteme gelöscht würden.