Wild auf Risiko

Beim Kauf von Versicherungen oder der Diversifizierung ihrer Investitionen folgen die meisten Menschen nicht dem gleichen Impuls wie beim Kauf eines Sofas oder neuer Kleidung. Es sollte zwar so sein, ist es aber nicht. Versicherungen, Investmenthäuser und Banken haben immer schon einen mühsamen Kampf geführt, wenn es darum ging, Menschen, Firmen und Regierungen dazu zu bringen, Risikomanagement zu betreiben. Ihre Erfolge sind zwar beeindruckend, aber unvollständig. Für die Menschen ist es immer noch schwierig, den Risiken und Unwägbarkeiten ihrer wirtschaftlichen Zukunft ins Auge zu sehen.

Aus diesem Grunde gibt es in beinahe jedem entwickeltem Land verpflichtende Sozial- und Krankenversicherungen. Selbstverständlich sind die Menschen nicht gänzlich ahnungslos hinsichtlich der großen Risiken des Lebens. Wir ignorieren sie aber aus Gründen, die tief in der menschlichen Psyche verwurzelt sind.

Die Verbindung zwischen dem Erkennen eines Risikos und dem Impuls etwas dagegen zu unternehmen, wird durch Angst vermittelt: Über Millionen Jahre wurden wir durch die Evolution darauf programmiert, gegen unmittelbare und offenkundige Bedrohungen entschlossen zu handeln. Wenn sich ein gefährliches, wildes Tier nähert, haben wir Angst. Adrenalin fließt, unsere Aufmerksamkeit ist gebündelt und unser Instinkt, Freunde und Familie zu beschützen, wird wachgerüttelt.

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