Warum Musharraf überlebt

Die jüngsten Drohungen der Bush-Administration, Hilfszahlungen in Milliardenhöhe an Pakistan zu stoppen, hat in Regierungskreisen Panik ausgelöst. Und der pakistanische Botschafter in Washington hat davor gewarnt, dass gegen Fluchtburgen von al-Qaeda und Taliban in den Stammesgebieten Pakistans gerichtete US-Militärschläge Pakistan destabilisieren und „möglicherweise [General Pervez Musharraf] stürzen könnten“. Doch wie besorgt sollte die pakistanische Führung angesichts wachsenden Drucks der USA, gegen die militanten Islamisten vorzugehen, wirklich sein?

Tatsächlich ist es ungeachtet gelegentlicher Frustrationen unwahrscheinlich, dass sich die USA gegen einen treuen – und von ihnen abhängigen – Bündnispartner wenden werden, insbesondere einen, dessen Führer ein herzliches persönliches Verhältnis zu Präsident Bush unterhält. Ebenso wenig wird aufgrund des Fehlens einer organisierten Opposition der öffentliche Ärger über Musharrafs proamerikanische Politik sein Regime destabilisieren. Tatsächlich hat der schlaue General und Präsident bisher nicht nur eine Krise nach der anderen überlebt, sondern dabei noch an Macht gewonnen.

Wie schafft er das? Die Antwort liegt in einer fein austarierten, über Jahre perfektionierten Strategie, die die Forderungen der USA und die Interessen der pakistanischen Geheimdienstchefs, Mullahs, Stammensfürsten, korrupten Politiker und einer Vielzahl von Glücksrittern unter einen Hut bringt. Intrigennetze und undurchsichtige Akteure mögen die Einzelheiten verschleiern, doch die Prioritäten sind unmissverständlich.

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