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Warum Griechenland nicht zahlen wird

CAMBRIDGE – Griechenland wird seine Staatsschulden nicht zurückzahlen. Dieser Schuldenausfall wird zum großen Teil auf seine Mitgliedschaft in der Europäischen Währungsunion zurückzuführen sein. Wenn es nicht Teil des Eurosystems wäre, so wäre Griechenland möglicherweise nicht in seine derzeitige Notlage geraten, und selbst wenn es in seine derzeitige Notlage geraten wäre, so hätte es eine Zahlungsunfähigkeit vermeiden können.

Griechenlands Nichtbegleichung seiner Staatsschulden wird nicht unbedingt eine ausdrückliche Weigerung bedeuten, Kapital- und Zinszahlungen bei Fälligkeit zu leisten. Wahrscheinlicher wäre eine vom IWF organisierte Umschuldung der bestehenden Schulden, bei der alte Anleihen durch neue Anleihen mit geringeren Kapital- und Zinsbeträgen ersetzt würden. Oder es könnte sich um einen „sanften Zahlungsverzug“ handeln, bei dem Griechenland einseitig seine bisherigen Schulden mit neu aufgenommenen Schulden bedient, anstatt mit liquiden Mitteln zu zahlen. Doch unabhängig davon, welche Form der Zahlungsausfall annimmt: Die aktuellen Gläubiger der griechischen Schulden werden weniger bekommen als den vollen Betrag, der ihnen derzeit geschuldet wird.

Die einzige Möglichkeit, wie Griechenland eine Zahlungsunfähigkeit verhindern könnte, wäre mithilfe der Reduzierung seines zukünftigen jährlichen Haushaltsdefizits auf ein Niveau, das ausländische und inländische Investoren bereit wären, auf freiwilliger Basis zu finanzieren. Das würde bedeuten, das Defizit mindestens so weit zu senken, dass die Schuldenquote nicht weiter ansteigt.

Um dies zu erreichen, müsste das aktuelle Defizit von 14 % des BIP auf maximal 5 % des BIP fallen. Doch um die Schuldenquote auf das im Vertrag von Maastricht vorgeschriebene Niveau von 60 % zu bringen, müsste das jährliche Haushaltsdefizit auf lediglich 3 % des BIP gesenkt werden – das Ziel, das Griechenland laut den Finanzministern der Eurozone bis 2012 erreichen muss.