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Warum der Finanzsektor den Planeten retten kann

PARIS – Die meisten Menschen hassen den Finanzsektor; sie betrachten ihn als Inbegriff der Verantwortungslosigkeit und Gier. Doch selbst nachdem er eine Jahrhundertrezession verursacht und Millionen von Menschen um ihre Arbeitsplätze gebracht hat, scheint der Sektor unverzichtbar, um eine noch schlimmere Katastrophe zu verhindern: den Klimawandel.

Es muss dringend etwas geschehen, um der globalen Erwärmung Einhalt zu gebieten und ein Desaster für die Menschheit zu verhindern, doch stehen der Weltgemeinschaft verzweifelt wenige Instrumente dafür zur Verfügung. Für die wünschenswertesten Lösungen, die die Ökonomen vorschlagen – etwa eine globale Deckelung der Klimagasemissionen kombiniert mit einem Handelssystem, oder die Durchsetzung eines weltweiten Preises für Kohlenstoff durch eine globale Steuer auf CO2-Emissionen – gibt es nicht viel Unterstützung.

Stattdessen werden die Verhandlungen für die Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Paris im Dezember auf Basis freiwilliger, einseitiger Zusagen geführt, die als angestrebte national festgelegte Beiträge bezeichnet werden. Zwar hat die Einbeziehung freiwilliger Ziele den Vorteil, dass sie eine globale Dynamik schafft, doch dürfte dieser Ansatz kaum zu verbindlichen Zusagen führen, die der Herausforderung angemessen sind.

Dies ist der Grund, warum Klimaschutzbefürworter zunehmend nach anderen Mitteln Ausschau halten, um die Menschen zum Handeln zu bewegen. Ganz oben auf ihrer Liste steht der Finanzsektor.