nye228_Kenzaburo Fukuhara - PoolGetty Images_putinxi Kenzaburo Fukuhara/Pool/Getty Images

Darum wird China den Krieg in der Ukraine nicht beenden

CAMBRIDGE – Der russische Präsident Wladimir Putin dachte, er können Kiew schnell erobern und die ukrainische Regierung austauschen. Vielleicht wurde ihm das von falschen Geheimdienstinformationen vorgegaukelt oder von seinen eigenen historischen Phantasievorstellungen. Jedenfalls scheiterte seine „Blitzangriff“ am entschlossenen Widerstand der Ukrainer. Dann versuchte er, die Zivilbevölkerung mit dem brutalen Bombardement von Städten wie Mariupol und Charkiw zu terrorisieren und so gefügig zu machen – wie bereits in Grosny und Aleppo. Im tragischen Ergebnis wird der heroische Widerstand der Ukraine zunehmend durch das Leid von Zivilisten erkauft.

Gibt es einen Weg, diesen Alptraum schnell zu beenden? Vielleicht – wenn der chinesische Präsident Xi Jinping seine eigenen „Teddy Roosevelt-Moment“ erkennt. Im Jahr 1905 griff Roosevelt als Vermittler in den brutalen Krieg zwischen Russland und Japan ein. Er drängte beide Parteien unerbittlich und letztlich erfolgreich zu einem Kompromiss, stärkte den weltweiten Einfluss der USA und verdiente sich damit den Friedensnobelpreis.

Im neuesten Krieg Russlands haben sich (unter anderem) die Türkei, Israel und Frankreich als Vermittler versucht, die aber nicht annähernd so viel Einfluss auf Putin haben wie dessen Verbündeter Xi. Die Frage ist, ob Xi genug Phantasie und Mut besitzt, um diesen Einfluss auch zu nutzen.

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