Warum China sich nicht anpassen kann

CLAREMONT, KALIFORNIEN – Für den momentanen wirtschaftlichen Rückgang Chinas gibt es viele Gründe: Europas finanzielle Tumulte, die stockende Erholung in den Vereinigten Staaten und das schwache Inlandswachstum sind nur die an häufigsten genannten. Da die Exporte und Investitionen 30% bzw. 40% des chinesischen BIP ausmachen, ist die Wirtschaft des Landes besonders empfindlich gegenüber einer Abschwächung der externen Nachfrage und der Anhäufung notleidender Kredite, die durch exzessive und verschwenderische Ausgaben für Anlagevermögen verursacht wurden.

Aber so ernst Chinas Verletzlichkeit gegenüber diesen Faktoren auch ist, sie ist nur symptomatisch für tiefere institutionelle Probleme. Bevor diese grundlegenden Hindernisse nicht beiseite geräumt sind, kann die Diskussion über ein neues, konsumorientiertes Wachstumsmodell für China, wie es im kürzlich verabschiedeten Zwölfjahresplan der Regierung angekündigt wird, nicht mehr als ein Lippenbekenntnis sein.

Immerhin haben Chinas größte Handelspartner, internationale Finanzinstitutionen wie die Weltbank oder der Internationale Währungsfonds sowie hohe chinesische Beamte die strukturellen Anfälligkeiten aufgrund exzessiver Investitionen und geringen Haushaltskonsums schon längst erkannt. Und seit fast einem Jahrzehnt wird China dazu aufgefordert, Reformen einzuführen, um diese wirtschaftlichen Muster zu ändern, die schon seit langem den Wohlstand der chinesischen Bürger unterminieren und das globale Handelssystem belasten.

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