Überhaupt: wessen Champions eigentlich?

Verknüpfungen zwischen Staaten und Unternehmen machen in jüngster Zeit Schlagzeilen, zuletzt in Russland, wo Präsident Wladimir Putin von der Schaffung „nationaler Champions“ auf den Energie- und Luftfahrtsektoren besessen zu sein scheint. Derartige Bemühungen scheinen Teil einer Welle des Protektionismus innerhalb der politischen Wirtschaftsdebatte Europas zu sein, insbesondere, was grenzübergreifende Übernahmen angeht.

Überall in Europa positionieren sich die Regierungen, um als Verteidiger der „nationalen“ Akteure gegen „ausländische“ Wettbewerber angesehen zu werden. Der nach dem angeblichen Versuch der Übernahme Danones durch PepsiCo im Juli 2005 vom französischen Ministerpräsidenten Dominique de Villepin geprägte Slogan vom „Wirtschaftspatriotismus“ beschreibt dieses politische Gebot möglicherweise am anschaulichsten. Obgleich Villepins Reden extravaganter sind als die der meisten politischen Führer, reicht die ihnen zugrunde liegende Stimmung weit über Frankreich hinaus.

Derselbe Impuls scheint in Bezug auf Italiens Politik zu Autostrade, Spaniens Politik zu Endesa, Polens Politik im Hinblick auf den Bankensektor, die des früheren schwedischen Ministerpräsidenten in Bezug auf Volvo, das deutsche Unbehagen über „heuschreckenartige“ Fonds an der Deutschen Börse oder die ständig lauter werdende Verteidigung der Unabhängigkeit der Londoner Börse von den Vereinigten Staaten am Werke zu sein.

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